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Simon Huber

Dr. Simon Huber studierte Geschichte, Bildungs- und Kulturwissenschaften; beforscht seit über 10 Jahren Wissenspopularisierung durch Spiele. Seine Dissertation "Die Emergenz der Anschaulichkeit in Comenius’ Orbis pictus" (1658) erhielt den Staatspreis des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung (Award of Excellence). Er lehrt an der Universität für Angewandte Kunst und der FH des BFI Wiens; organisiert im Zuge ehrenamtlicher Tätigkeit die Ludologischen Symposien und publiziert online unter: www.secondsunrise.at

Anatomie der Spiele - Game Design als angewandte Kulturtechnikforschung

16. Oktober 2026 ·
Dieser Beitrag stellt Zwischenergebnisse einer Machbarkeitsstudie zur Neubestimmung einer konsistenten Spielwissenschaft vor. Dazu wird zunächst gemäß anthropologischer Annahme Spieldesign als kulturstiftende Praxis konzipiert und so als angewandte Kulturtechnikforschung theoretisiert: als Verfahren, in denen Spielmechaniken, narrative Rahmungen und soziale Dynamiken verschränkt werden, wodurch primär Zeichen zirkulieren, um uns heutzutage meist als Ware zu erscheinen. Mit den Begriffen Ludeme, Ludifizierung und Ludizität werden primitive Spieloperationen, ihre Kopplung zu Systemen und die Einübung kultureller Teilhabe gefasst. Eine medienwissenschaftliche Ludologie ermöglicht so den Vergleich historischer und gegenwärtiger Spielkulturen jenseits scheinbar essentieller Gegensätze und entwirft eine grundsätzliche „Anatomie der Spiele“, die über die illustrative Analogie hinausgeht.
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Die Weiße Magie des Schwarzen Auges. Zur Konzeption des ludischen Lesens durch das Pen&Paper-Rollenspiel

30. Dezember 2024 ·
Dieser Artikel spürt dem Pen&Paper-Rollenspiel mediengenealogisch nach als einer Erzählpraxis, die im Kontext des literarischen Fantasy-Genres, digitaler Technologien und des Brettspiel-Vertriebs entsteht und in redaktioneller Steuerung einen 'common playground' schafft, der asynchron von verschiedenen Spielgruppen bereist wird. Die Spielerschaft von 'Das Schwarze Auge' blickt selbst wiederum in Herausgabe einer Schachtel auf seine 40-jährige Geschichte zurück. Sie eignet sich vortrefflich, um zu zeigen, wie der Aushandlungsprozess über ein authentisches Spielgefühl formatiert wird. In den Blick gerät dadurch eine Lektüre, die ludisches Lesen genannt werden könnte, das im kulturtechnischen Übergang vom Blättern zum Nachschlagen genuin spielerische Modi der Rezeption hervorbringt.
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© 2026 Paidia - Zeitschrift für Computerspielforschung (ISSN: 2363-5630)
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