
'Final Fantasy IX' und die Frage nach der Freiheit – Vivi als Personifikation des Freiheitsbegriffs von Jean-Paul Sartre?
Für Carsten. Danke für alles.
Fragen über Fragen
Einige Fragen stellen sich Menschen zu allen Zeiten. Dazu gehört die Frage nach dem Sinn des eigenen Lebens. Gerade unsere heutige Lebenswelt wirft eben jene Frage verstärkt auf. Ermöglicht durch Globalisierung und Internet erhält der Mensch in Echtzeit Informationen aus aller Welt und erfährt so, dass er nur einen Bruchteil der Einflüsse auf sein Leben in der eigenen Hand hat. So stellt sich die Frage nach der Freiheit des Menschen und daraus resultierend die Frage nach der eigenen Bedeutung. Die Verquickung dieser Fragen lassen sich im Werk Jean-Paul Sartres wiederfinden, der seine Theorie ausgehend vom Sein der Menschen entwickelt und darin die Verurteilung des Menschen zur Freiheit sieht. Aufgrund des fehlenden Einflusses der Menschen auf die eigene Entstehung, liegt es daher am Menschen selbst, die eigene Bedeutung zu schaffen und zu bestimmen. Die Theorie Sartres ist darin radikal, da sie trotz Einflüssen von außerhalb, die Verantwortung des Menschen für das eigene Handeln in den Fokus rückt und betont. Damit geht scheinbar ein hoher Druck auf den Menschen einher, jedoch entsteht zugleich der Rahmen, das eigene Leben zu gestalten, was als eine Antwort auf die oben aufgeworfenen und zu jeder Zeit aktuellen Fragen gelten kann.
Mit diesen Fragen sieht sich auch die Figur Vivi aus dem neunten Teil der Videospielreihe Final Fantasy konfrontiert. Er hat zunächst keine Ziele, er weiß weder, woher er stammt, noch wohin er gehen soll.

Abb. 2: Vivis Fragen (Screenshot aus 'Final Fantasy IX' (2016) ) - Vivi zieht sich zurück und denkt über verschiedene Fragen nach, die grundsätzlich philosophischer Natur sind.)
Mehr aus Zufall, als aus Absicht, wird er in Ereignisse verstrickt, die nicht nur das Leben auf dem Planeten Gaia bedrohen, sondern auch seine eigene Position in der Welt auf den Kopf stellen. Die Überlegungen, die die Figur anstellt, weisen somit eine Nähe zum philosophischen Existentialismus auf, besonders eine Nähe zur Freiheitskonzeption des französischen Philosophen Jean-Paul Sartres. Sowohl die angedeuteten Fragen, die sich Vivi stellt, als auch seine Handlungen legen einen Vergleich nahe, der im folgenden Beitrag geleistet werden soll. Es wird der Frage nachgegangen, ob es sich bei der Figur Vivi um eine narrative Personifikation des Freiheitsverständnisses nach Sartre handelt. Die Theorie Sartres bietet sich dabei aus drei Gründen an: Erstens gewährt sie nach wie vor einen Bezug zu Fragen, die auch im heutigen Alltag eine hohe Relevanz haben. Zweitens stellt sich die Entwicklung des Charakters Vivi aus Final Fantasy als analog zur Entwicklung der Gedanken Sartres dar, was dazu führt, dass die Figur als narrative Personifikation des Freiheitsverständnisses gelesen werden kann, was im Folgenden gezeigt wird. Drittens ermöglicht die Theorie nicht nur ein besseres Verständnis für die Figur Vivi, sie liefert auch eine Interpretationsmöglichkeit für das Schicksal der anderen Schwarzmagier, welches der vorliegende Beitrag ebenfalls diskutiert. Daraus ergibt sich folgende Struktur: Um die Grundlagen der Diegese des Spiels zu klären, wird im ersten Kapitel die Welt Gaia und der wesentliche Plot kurz dargestellt. Daraufhin wird die Figur Vivi in die Handlung eingeordnet und die Ausgangslage der Figur beschrieben. Die Situation und Entwicklung der Figur wird im nächsten Schritt mit Hilfe der Grundlagen der Philosophie und dem Freiheitsverständnis von Sartre konturiert, bevor die Ergebnisse über Vivi hinaus auch zur Interpretation des Schicksals der anderen Schwarzmagier verwendet und erweitert werden. Zuletzt wird an einem Beispiel die Übertragung der Theorie auf Vivi verdeutlicht und damit begründet, weshalb Vivi als narrative Personifikation des Freiheitsbegriffs gelten kann, bevor im Fazit die Ergebnisse zusammengefasst und mit Blick auf die Gegenwart ausgewertet werden.
Die Welt Gaia und der zentrale Plot
Die wesentliche Handlung spielt in der Welt Gaia. Das Spiel beginnt mit einer geplanten Entführung, in der Prinzessin Garnet von Alexandria, während eines Schauspielstückes zu Ehren ihres 16. Geburtstages gekidnappt werden soll. Als Zidane, einer der Entführer und Teil der Schauspielgruppe Tantalus, auf Prinzessin Garnet trifft, bittet diese darum, entführt zu werden. In der Zwischenzeit wird das Verschwinden der Prinzessin von dem Hauptmann der Wache, Adelbert Steiner, bemerkt und er begibt sich auf die Suche nach ihr. Währenddessen will der kleine Schwarzmagier Vivi das Stück ansehen, muss jedoch feststellen, dass er eine gefälschte Karte erworben hat und sich letztlich in den Palast schmuggeln muss. Durch verschiedene Zufälle und Ereignisse treffen die ersten vier Hauptcharaktere – Zidane, Prinzessin Garnet, Vivi und Adelbert Steiner1 – aufeinander und Prinzessin Garnet wird enttarnt. Daraufhin versucht die Tantalusbande, ihren Auftrag zu erfüllen und zu fliehen, während Königin Brane von Alexandria das Luftschiff, auf dem sich die vier befinden, attackieren lässt, um Garnet zurückzuerhalten.
Der chaotische Beginn, der bereits die Verstrickung der Schicksale der ersten vier Hauptfiguren andeutet, führt dann zu einer Reise und einem gefährlichen Abenteuer, auf denen insgesamt die Existenz Gaias auf dem Spiel steht. Wesentlich dafür verantwortlich sind vor allem drei Charaktere: Königin Brane, Kuja und Garland, die alle in Zusammenhang stehen.
Im Laufe der Handlung wird deutlich, dass Gaia nicht die einzig existierende Welt ist. Neben ihr gibt es noch die Welt Terra, die vom übermächtigen Wesen Garland beschützt wird. Garland stellt für diesen Zweck sogenannte Genome her. Zu diesen zählen, wie sich herausstellt auch Zidane und Kuja. Kuja sieht in Zidane eine Konkurrenz und will diesen vernichten. Er erschafft mit Hilfe seiner Magie und 'Nebel' die Schwarzmagier, zu denen auch Vivi gehört. Sie dienen als Kriegsmaschinen, die er Königin Brane zur Verfügung stellt. Königin Brane ist die Herrscherin über Alexandria und Mutter von Prinzessin Garnet. Sie wird von Kuja beeinflusst und manipuliert, sodass sie dem Ruf nach Macht unterliegt und Gaia mit Krieg überzieht.
In umgekehrter Reihenfolge (erst Brane, dann Kuja, darauf Garland und abschließend noch einmal Kuja) tritt die Gruppe gegen ihre Antagonisten an, deckt nach und nach die Hintergründe der Ereignisse auf und rettet ihre Heimat Gaia vor der Auslöschung. Dabei hat jeder der spielbaren Charaktere eine ausgefeilte eigene Geschichte, die die Spielenden im Laufe der Spielhandlung erfahren. Besonders interessant ist hierbei der unscheinbare Schwarzmagier Vivi Oruntia, der nun genauer in den Blick genommen werden soll.2
Und Vivi mittendrin – Vivis existentialistische Reise
Einer der Hauptcharaktere, dem die Spielenden früh begegnen, ist Vivi. Vivi wird den Spielenden in seinen ersten Auftritten als freundlich, zurückhaltend und etwas tollpatschig präsentiert. Dabei bleiben jedoch seine Antriebe zunächst unklar – abgesehen davon, dass er gern das Theaterstück sehen will, erfahren die Spielenden kaum etwas über seine Intentionen. Diese Unklarheiten mehren sich im Laufe des Spiels, wenn deutlich wird, dass Vivi selbst auf der Suche nach allem ist: seinen Antrieben, seinem Sinn, seiner Herkunft und Bedeutung. Ausschlaggebend dafür sind die sich schnell potenzierenden Ereignisse, während eine unangenehme Begegnung und Entdeckung im Dorf Dali sich als Ausgangspunkt für die Entwicklung der Story des Charakters Vivi zeigen.
Auf ihrer Reise durchquert die Gruppe das Dorf Dali. Nachdem Vivi entführt und kurz darauf von der Gruppe gerettet wird, entdecken sie gemeinsam eine Produktionsstätte der Schwarzmagier, die jedoch größer sind als Vivi und somit ein erster Unterschied zwischen Vivi und den Schwarzmagiern gezeigt wird. Dabei ist es Zidane, der als erstes vermutet, was vermutlich alle Charaktere – sowie die Spielenden – denken.

Abb. 3: Produktion (Screenshot aus Final Fantasy IX (2016) ) - Zidane, Garnet und Vivi entdecken die Produktionsstätte der Schwarzmagier, während Zidane auf die Ähnlichkeiten mit Vivi verweist.)
Sowohl Vivi als auch der Rest reagieren geschockt, während sich für den kleinen Schwarzmagier Abgründe auftun – Sieht nur er die Gemeinsamkeiten? Ist er auch produziert worden? Was bedeutet das für ihn und diese Magier? Ebenfalls wird deutlich, dass die Magier nicht nur produziert, sondern auch verschickt werden – nach Alexandria. Die Gruppe besteigt ein Luftschiff, das von den Magiern betrieben wird. Vivi versucht mit ihnen zu sprechen, es gelingt ihm aber nicht. Kurz darauf begegnet die Gruppe einem Schwarzmagier, der ebenfalls von den anderen abweicht, einem schwarzen Tenor. Er behauptet, von Königin Brane geschickt worden zu sein, was Zweifel in Prinzessin Garnet gegenüber ihrer Mutter sät. Ein Kampf bricht aus, in dem die Schwarzmagier an Bord sich sogar vor Vivi und seine Freunde stellen. Sie werden jedoch von dem Tenor aus dem Weg geräumt, woraufhin die Gruppe ihn bezwingen muss.
Mit dieser Begegnung beginnt für Vivi die Auseinandersetzung mit seinem Lebenssinn und der gleichzeitigen Frage, inwiefern er überhaupt 'lebt', falls er ebenso wie die anderen Schwarzmagier erschaffen worden ist. Es zeigt sich, dass die Schwarzmagier als Waffen im Krieg eingesetzt werden und dabei mächtige Gegner darstellen, die ihrer Funktion als Tötungsmaschinen nachkommen. Daher ist Vivi oftmals Konfrontationen ausgesetzt, da er von vielen Bewohnern der Welt mit den für Brane kämpfenden Magiern gleichgesetzt wird. Erst auf einem anderen Kontinent begegnet Vivi Lebewesen, die ihm erstmals freundlich gesinnt sind. Die sogenannten Orklinge reden ihn als „Schwarzling“ an und es stellt sich heraus, dass es scheinbar in unmittelbarer Nähe ein im Wald verstecktes Dorf von freundlichen Schwarzmagiern gibt, die sich hinter einer magischen Barriere versteckt halten. Vivi und die Gruppe finden heraus, dass die dort vorhandenen Magier Überlebende sind, die zu einem gewissen Zeitpunkt „erwacht“ sind – nicht selten mitten in Kampfhandlungen. Dass sie „erwacht“ sind, heißt dabei – so schildert Magier 288, der eine Art Anführer oder Dorfältester zu sein scheint – aus den unkontrollierten, kriegerischen Handlungen ausbrechen zu können, auch wenn die Erinnerungen daran bleiben. Vivi erhält so neue Informationen zu seiner Existenz und Situation: Es besteht also die Möglichkeit des Erwachens, wodurch die zuvor vorherbestimmten Magier, die nicht selten im Spiel als „Marionetten“ bezeichnet wurden, eigenständig agieren können. Zudem haben die Schwarzmagier jedoch keine unbegrenzte Zeit: etwa ein Jahr nach Herstellung, so 288, scheint bei den meisten das Stehenbleiben automatisch einzusetzen. Mit den neuen Erkenntnissen konfrontiert, stellt sich Vivi weiterhin Fragen nach dem Grund seiner Existenz, weshalb er scheinbar von Anfang an eine Ausnahme bildet. Sowohl die Ausgangslage als auch die Fragen und Konflikte mit denen Vivi konfrontiert ist, weisen eine große Nähe zur Position des Existentialismus auf. Vor allem bei Jean-Paul Sartre ist der Existentialismus die anthropologische Voraussetzung für Freiheit. Daher soll nun im Folgenden die Situation Vivis mit Hilfe des Existentialismus nach Sartre erklärt werden, um darauffolgend die Situation der anderen Schwarzmagier vergleichend hinzuzuziehen.
Vivis Fragen und der Existentialismus
Der Frage nach dem Sinn seines Daseins geht Vivi bereits vor der Begegnung mit Zidane und den anderen nach. Gerade die Begegnung mit den Schwarzmagiern in der Produktion wie auch mit den 'erwachten' Schwarzmagiern auf dem anderen Kontinent lösen jedoch sein tieferes Nachdenken aus, das grundsätzlich philosophischer Natur ist. Dabei ist ihm bewusst, dass er ist, Teil der Welt ist und an dieser Teil hat. Die Frage, inwiefern seine Existenz zustande kommt, beantwortet sich durch die Begegnungen mit den anderen Schwarzmagiern. Die Frage danach, was sein Leben ausmacht, muss noch geklärt werden. Diese Überlegungen weisen Grundzüge mit der philosophischen Tradition des Existentialismus oder der Existenzphilosophie von Kierkegaard bis Camus auf.3 Die Figur Vivi sucht dabei nach der eigenen Stellung in der Welt, seiner Spezifik und Individualität, wie es ebenfalls für die Existenzphilosophie charakteristisch ist. Der Begriff der Existenz stammt dabei vom Lateinischen „existenzia“, zurückgehend auf das griechische „hyparsis“, was „mit ‚Dasein‘ übersetzt“4 wird, also dem Umstand, „dass etwas ist, im Unterschied zur Wesensbestimmung (griech. ousia), was es ist.“5 Das, was Vivi bereits anerkennt, nämlich sein Dasein in der Welt, ist dabei Ausgangspunkt der Existentialist*innen. Der Mensch wird dabei in seiner jeweiligen „Spezifik und Selbstbezüglichkeit“ betrachtet und laut Frischmann „radikal individualisiert“6. Es geht dabei jeweils um die Bedingungen, die „das originäre Selbstsein“7 bestimmen, zu denen unter anderem „unbedingte Freiheit und Selbstbestimmung […] als Übernahme der Verantwortung für sich selbst, für das eigene Leben und Handeln“8 gehören. Ebenso verhält sich Vivi zu seinem, ihm zunächst unerklärlichen, Dasein. Er stellt sich selbst die Frage nach Bedeutung, Freiheit und Verantwortung, indem er die äußere Ähnlichkeit zu den produzierten Schwarzmagiern erwähnt, sich selbst aber als nicht zugehörig versteht und sich dabei immer wieder fragt, weshalb die anderen Schwarzmagier so reagieren, wie sie es tun. Um Vivis Unsicherheiten und Fragen bezüglich seiner Situation besser verstehen zu können, lohnt sich ein Blick auf die Ideen Jean-Paul Sartres. Für ihn ist gerade das Verhältnis von Seiendem und Sein, also von dem Fakt, dass etwas existiert zu der Frage, wie es existiert, ausschlaggebend.
Essenz und Existenz bei Sartre – Vivis existentialistisches Problem
Sartres Theorie geht von den zwei Grundbegriffen Existenz und Essenz aus. Alle Gegenstände und Lebewesen hätten laut Sartre, und laut seiner Sicht auch alle weiteren Existentialist*innen9, zwei Seiten, die Existenz, das Da-Sein, sowie die Essenz, das Wesen, das Wie-Sein. In Sartres Worten stellt die Existenz dabei eine „gewisse effektive Anwesenheit in der Welt“ dar, während die Essenz, das Wesen, „eine konstante Gesamtheit von Eigenschaften“10 meint. So ist laut Sartre die Vorstellung, dass das Wesen, also die grundsätzliche Idee und Bedeutung, der Existenz vorausgeht, weit verbreitet, doch gerade beim Menschen ist dem nicht so. Zur Erklärung dieser Überlegung greift Sartre auf eine Analogie zurück:
Wenn man einen produzierten Gegenstand betrachtet, zum Beispiel ein Buch oder einen Brieföffner, so wurde dieser Gegenstand von einem Handwerker hergestellt, der sich von einem Begriff hat anregen lassen; er hat sich auf den Begriff Brieföffner bezogen und auch auf ein bereits bestehendes Herstellungsverfahren, das Teil des Begriffs ist – im Grunde ein Rezept. So ist der Brieföffner zugleich ein Gegenstand, der auf eine bestimmte Weise hergestellt wird und der andererseits einen bestimmten Nutzen hat; man kann sich keinen Menschen vorstellen, der einen Brieföffner herstellte, ohne zu wissen, wozu der Gegenstand dienen wird. Wir sagen also, daß beim Brieföffner die Essenz, das Wesen – das heißt die Gesamtheit der Rezepte und der Eigenschaften, die es gestatten, ihn zu produzieren und zu definieren der Existenz vorausgeht; in dieser Weise ist die Gegenwart dieses Brieföffners oder jenes Buches hier vor mir determiniert. Wir haben es hier mit einer technischen Betrachtung der Welt zu tun, bei der die Produktion der Existenz vorausgeht.11
Ähnlich wäre laut Schöpfungslehre auch der Mensch bereits vorherbestimmt, da Gott ihn nach seinem Bilde erschafft.12 Sartre vertritt jedoch einen atheistischen Existentialismus, der dabei dem Menschen seine besondere Stellung in der Welt zeigt: „Er [Der atheistische Existentialismus R.Z.] erklärt: wenn Gott nicht existiert, so gibt es zumindest ein Wesen, bei dem die Existenz der Essenz vorausgeht, ein Wesen, das existiert, bevor es durch irgendeinen Begriff definiert werden kann, und dieses Wesen ist der Mensch“13. Und der Mensch ist dabei das einzige Wesen, auf das dies zutrifft, was bedeutet, dass „der Mensch zunächst ist und erst danach dies oder das ist. Mit einem Wort, der Mensch muß sich sein eigenes Wesen schaffen; […] die Definition bleibt immer offen; man kann nicht sagen, was ein bestimmter Mensch ist, bevor er nicht gestorben ist, oder was die Menschheit ist, bevor sie nicht verschwunden ist.“14
Der Mensch ist dem atheistischen Weltbild Sartres folgend in die Welt geworfen als ein Mensch im Sinne der Existenz, nicht jedoch im Sinne der Essenz, also eines bestimmten Wesens. Eine ganz bestimmte menschliche Natur als statische Konstante lehnt Sartre ab. Dem Menschen sind bestimmte Grundeigenschaften gleich oder ähnlich – in der Regel Hirn, Organe, zwei Beine, zwei Arme, Hände mit Daumen, Verstand und Vernunft zu haben usw. – nicht jedoch eine Art eingeschriebener Sinn. Was auch damit zusammenhängt, dass der Mensch nicht wählt, in die Welt zu gelangen. In seiner „Produktion“ greifen die Produzenten nicht aktiv ein und bestimmen seinen Sinn – auch wenn Eltern sich wünschen mögen, dass ihr Kind so und so werde, dies und das erreichen möge, heißt es noch lange nicht, dass es so und so eintrifft oder das Kind diesen oder jenen Weg tatsächlich einschlägt.
Vivi ist ebenfalls wie der Mensch bei Sartre ins Leben geworfen – ohne dem zugestimmt zu haben oder zu wissen, weshalb er ist. Ähnlich wie bei dem Menschen das Kind erst später die Vorgänge seiner Existenz im Sinne der Geburt begreift, erfährt auch Vivi erst im Laufe seines Lebens, wie er zur Existenz kam. Der Unterschied liegt hierbei freilich im Gegensatz der 'Produktion' der Schwarzmagier auf fast industriellem Wege gegenüber der biologischen Geburt des Menschen.15 Insofern Vivi nun nach dem Sinn seiner Existenz sucht, geht er seiner Frage nach der Essenz nach.
Der Begriff des Menschen ist laut Sartre daher dynamisch, er ist nicht festgeschrieben, sondern zeigt sich erst durch das konkrete Dasein selbst – durch das Leben des Lebens. Der Mensch, der so in die Welt geworfen ist, ist gezwungen, sich seine eigene Essenz, sein eigenes Wesen zu bilden und dafür benötigt er vor allem eins: Freiheit.
Der Vorrang der Existenz bedingt Freiheit, notwendige Freiheit bedeutet Verantwortung
Während Sartre bereits in seiner Analogie davon spricht, dass der Vorrang der Essenz vor der Existenz deterministisch sei, muss der umgekehrte Fall Freiheit bedeuten. Davon zu sprechen, dass der Mensch seine Essenz und damit seinen eigenen Begriff selbst bildet, setzt voraus, dass er dabei nicht bereits vorab bedingt ist. Sartre vertritt hierbei einen radikalen und absoluten Freiheitsbegriff, der eng mit dem der Handlung verbunden ist. Der Existentialismus versteht den Menschen überhaupt „durch das Handeln. […] In Wirklichkeit kann der Mensch nur handeln; seine Gedanken sind Entwürfe und Verpflichtungen, seine Gefühle Unternehmungen, er ist nichts anderes als sein Leben, und sein Leben ist die Einheit seiner Verhaltensweisen.“16
Erst durch das Handeln entwirft der Mensch sich selbst. Dabei heißt Handeln:
„die Gestalt der Welt verändern, über Mittel zu einem Zweck verfügen, einen instrumentalen und organisierten Zweck hervorbringen.“17
Der Mensch handelt, wenn er Veränderungen hervorruft und diese bewusst sind, wobei bei diesen Handlungen nicht immer alle Folgen überblickt werden müssen, um sie als intentional zu verstehen.18 Diese Vorstellung von Handlung kann als selbstreflexiver Kreis aus Antrieb, Intention und Anlass verstanden werden, die jeweils auf einen Zweck bezogen sind. Um sich dabei auf einen gewissen Zweck hin zu entwerfen, muss ein gegebener Zustand erst einmal als besserungswürdig oder als mangelhaft erkannt und identifiziert werden.19 Dabei weicht die Vorstellung von einem linearen Verständnis ab, was Sartre auch bei den Positionen von Determinismus und Indeterminismus kritisiert.20
Der Mensch ist also durch seine Geworfenheit in der Welt zur Freiheit verurteilt, gerade dann, wenn Gott als Größe nicht in Frage kommt und somit kein bereits bestehender Wertehorizont vorausgesetzt werden kann, der als Orientierung dient.21 Damit einher geht auch, dass es keine Entschuldigungen gibt, die eine Vorherbestimmtheit mit sich führen würde:
[D]er Mensch ist frei, der Mensch ist die Freiheit. […] Wir sind allein, ohne Entschuldigungen. Das möchte ich mit den Worten ausdrücken: der Mensch ist dazu verurteilt, frei zu sein. Verurteilt, weil er sich nicht selbst erschaffen hat, und dennoch frei, weil er, einmal in die Welt geworfen, für all das verantwortlich ist, was er tut.22
Die Freiheit, zu der der Mensch verurteilt ist, ist ein zweischneidiges Schwert, denn Freiheit geht mit Verantwortung einher und damit allseitige Freiheit mit allumfassender Verantwortung. Verantwortlich ist er dabei „in seinem banalen Sinn von ‚Bewusstsein (davon), der unbestreitbare Urheber eines Ereignisses oder eines Gegenstandes zu sein‘“23. Dieser Gedanke mag von einer Subjektivität und Individualität ausgehen, übersteigt diesen Ausgangspunkt aber. Wir erinnern uns, der Mensch definiert seinen Begriff selbst und damit auch den der Menschheit, denn,
wenn wir sagen, der Mensch ist für sich selbst verantwortlich, wollen wir nicht sagen, er sei verantwortlich für seine strikte Individualität, sondern für alle Menschen. […] In der Tat gibt es für uns keine Handlung, die, den Menschen schaffend, der wir sein wollen, nicht auch zugleich ein Bild des Menschen hervorbringt, wie er unserer Ansicht nach sein soll.24
Der nicht fixierte Begriff des Menschen, seine ausstehende Entwicklung der Essenz, bedeutet eine aktive Arbeit am Wertehorizont der Menschheit. Das gilt für scheinbar banale Tätigkeiten bis hin zu folgeträchtigen Entscheidungen. Wie radikal dieser Gedanke ist, zeigt Sartre anhand des Beispiels Krieg: All unsere Handlungen beruhen aufgrund der Verurteilung zur Freiheit auf Verantwortung. Was bedeutet, dass auch Kriege verantwortete Handlungen darstellen. In Sartres Sinne bedeutet das, egal wer diesen oder jenen Krieg begonnen hat, egal welche Ursachen dafür existieren, die Teilnahme daran, macht es zu unserer Handlung und unserer Verantwortung. Die Entscheidung sich dem Krieg nicht zu entziehen, auch nicht durch radikale Mittel wie Flucht oder sogar Suizid, machen den jeweiligen Krieg somit auch zu unserem Krieg.25 Unsere Entscheidungen haben Gewicht und können entsprechend beurteilt werden, wir sind in jedem Fall verantwortlich.
Dieses radikale und umfassende Verständnis von Freiheit und Verantwortlichkeit geht mit dem Gefühl von Angst einher. Dennoch ist die Angst für Sartre nicht per se ein Hindernis und Hemmnis.26 Im Gegenteil geht sie mit Verantwortung einher und nur mit dem Bewusstsein der vollen Verantwortung kann der Mensch auch erst tatsächlich seine Essenz bilden, was nicht ausschließt, dass die Angst auch eine lähmende Wirkung haben kann. Doch gerade das eigene Verhalten zu dieser immer bestehenden, aber damit auch konstitutiver Bestandteil seienden Angst im Angesicht der Verantwortung des menschlichen Handelns macht den Menschen und seine Entwicklung aus. Auch hier hat er die Wahl: Gibt er sich der Angst resignierend hin oder versucht er sich dagegen aufzulehnen und sich diese annehmend dennoch aktiv zu entscheiden.
Schwarzmagier als freie Lebewesen?
Die Schwarzmagier in Branes Armee sind produziert. Mit Hilfe einer Maschine, mit Hilfe des Nebels und Kujas werden sie hergestellt und für den Krieg zur Verfügung gestellt. Bezeichnet werden sie dabei oftmals als „Marionetten“. Diese Bezeichnung verweist bereits metaphorisch auf die Unfreiheit, die ihnen zunächst eigen ist. Sie werden gesteuert und eingesetzt, wie Marionetten an ihren Fäden bewegt werden. Gerade der Herstellungscharakter – die noch leblosen Hüllen an einer Art Fließband transportiert, in Fässern verstaut und dann verschifft – trifft dabei auf den technischen Produktionszusammenhang, den Sartre aufgreift, um die Besonderheit des Menschen gegenüber Gegenständen zu erklären. Die Schwarzmagier haben ihren Sinn bereits, bevor sie in das Dasein treten, ihr Ziel und Zweck ist das Töten. Sie werden als Waffen im Krieg eingesetzt. Entsprechend geht bei ihnen die Essenz der Existenz voraus, sie sind unfrei und determiniert.
Interessant ist, dass die Schwarzmagier scheinbar dem Status des Gegenstands entrinnen können. Berichten die Schwarzmagier im Dorf davon, dass sie eines Tages erwachten und damit selbst entscheiden konnten, scheinen sie nicht mehr determiniert und unfrei zu sein. Ihren vorher eingegebenen Zweck des Tötens können sie ablegen. Dies erfährt die Gruppe, als sie auf die versteckten erwachten Schwarzmagier trifft, die sich bewusst aus dem Kriegsgeschehen zurückgezogen haben. Sie leben friedlich zusammen, da sie auf diesem Kontinent als freundliche Handelspartner wahrgenommen werden, was sich im Umgang der Orklinge mit Vivi zeigt. In verschiedenen Gesprächen innerhalb des Dorfes wird dieser neue Status der Schwarzmagier als 'Erwachte' aufgezeigt: Neben ihrer Friedfertigkeit, beginnen die dort lebenden erwachten Schwarzmagier ein Dorf aufzubauen und miteinander zu sprechen. Während die gegnerischen Schwarzmagier mit Ausnahme der Tenöre lediglich unvollständige Sätze sprechen und dabei meist nur „Töten!“ von sich geben, befinden sich die Erwachten in ganz anderen sozialen Verhältnissen zueinander und zur Gruppe. Sie unterhalten sich über verschiedene Dinge, wie zum Beispiel, dass einer der Magier scheinbar zu viel isst, sie treiben mit der Gruppe Handel und zwei der Magier kümmern sich um ein gefundenes Chocobo-Ei. Abgesehen davon zeigt sich in der Dorfstruktur des Zusammenlebens auch eine typisch menschliche kulturelle Praxis. Der Ort, in dem die Gruppe mit Nr. 288, interagiert, ist eine Art Friedhof. Dort sind die jeweils 'Stehengebliebenen' unter der Erde vergraben. Der Unterschied zum Tod bei Menschen besteht darin, dass die Magier nach einer gewissen Zeit, etwa einem Jahr27, stehen bleiben. Nicht alle der Erwachten verstehen dabei das Konzept des Todes, da einer der Magier hier die Frage stellt, ob die Stehengebliebenen nicht irgendwann zurückkommen könnten. Insgesamt lässt sich festhalten, dass die vorerst produzierten und unfreien Magier mit dem Erwachen einen anderen Status einnehmen: Es zeigen sich Formen von Kommunikation, Friedfertigkeit, Sozialität und auch Individualität – zum einen haben sie nun individualisierte Nummern28, die auf ihr persönliches einzigartiges Dasein verweisen, zum anderen haben sie ganz unterschiedliche Themen, die sie beschäftigen. Die Erwachten negieren somit ihren vorherbestimmten Sinn und wandeln ihn in einen kommunikativen und sozialen Sinn um. Fraglich ist, wie dieser Übergang von einem unfreien, zu einem freien Wesen hier stattfindet und gedacht werden kann. In Sartres Theorie ist hierfür kein Platz, denn entweder die Existenz erfolgt vor der Essenz oder eben nicht. Wie ist es also möglich?
Einen Hinweis auf die Ursprünge des Erwachens liefert Nr. 288. Er schildert, wie es bei ihm dazu kam. Mitten in einer Kriegshandlung wurde er sich der Situation gewahr, erkannte die Verletzten – und auch toten Lebewesen – um ihn herum, entzog sich der Kriegshandlung und floh.29 Mit dieser Schilderung zeigt sich im Handeln das Paradebeispiels Sartres, das oben geschildert wurde: Selbst in Kriegssituationen obliegt es dem Menschen, eine Entscheidung zu treffen, die den Krieg nicht bejaht: beispielsweise unter Einsatz des eigenen Lebens zu fliehen, wie es Nr. 288 scheinbar tat. Kristin Aubel deutet diese Schilderung folgendermaßen:
Es ist also der Schreck über die eigens ausgeübte Gewalt, der das Erwachen auslöst. (Tödliche) Gewalt wird demnach als eine der menschlichen Natur widerstrebende Handlung dargestellt. […] In ihrem Erwachen sagen sich die Schwarzmagier von Gewalt los.30
Die Deutung weist eine moralisch wie ethische Komponente des Gewaltverzichts auf, was als versöhnliche Interpretation des Geschehens gelten mag. Jedoch weist diese Deutung einige Probleme auf. Zunächst unterscheidet Aubel den spezifischen Zustand der Erwachten nicht, wenn sie von „der menschlichen Natur“ spricht. Entweder setzt sie so voraus, dass die Erwachten nun „menschlich“ sind oder sie spricht hierbei die „menschliche […] Natur“ der Spielenden an, auf die sie jedoch nicht verweist. Mit der Theorie Sartres ist eine einfache Übertragung des Menschlichen auf die zuvor produzierten und vorherbestimmten Wesen zumindest begründungsbedürftig. Weiterhin scheint „der Schreck über die eigens ausgeübte Gewalt“ ein unzuverlässiges Merkmal für den Übergang zum Erwachen zu sein. Nr. 288 berichtet zwar davon, dass es bei ihm der Auslöser war, ob dies jedoch für alle Schwarzmagier gelten kann, bleibt offen. Die einfache Übertragung wirft Zweifel auf, denn so stellt sich die Folgefrage: ab wann ist das Maß erreicht, dass „der Schreck über die eigens ausgeübte Gewalt“ tatsächlich „das Erwachen auslöst“? Wieso sind also nicht alle Schwarzmagier erwacht? Gibt es eine Schwelle an Brutalität, die überschritten werden muss? Sind die anderen Schwarzmagier nur deswegen nicht erwacht, weil sie selbst vorher gestorben sind? Diese Folgerungen erscheinen aufgrund der Spielgeschichte fragwürdig, ist es doch eine abzählbare Menge an Schwarzmagiern, die man im Dorf der Erwachten antrifft. Auch scheint die Figur Vivi diesem Verständnis zu widersprechen, ist er doch freihandelnd, auch ohne zuvor in exzessive Gewaltakte verwickelt gewesen zu sein. Auch unabhängig von Vivi scheint diese Deutung schwierig zu sein, denn im weiteren Verlauf zeigt sich, dass die erwachten Schwarzmagier sich doch wiederum für Gewalt entscheiden. Später spricht Kuja zu den Erwachten im Dorf und verspricht diesen, ihr befristetes Leben zu verlängern, wenn sie sich ihm anschließen. Ein Angebot, was bis auf die Ausnahme von Nr. 288 und zwei weiteren Schwarzmagiern, scheinbar alle annehmen. Das hieße mit dem Erwachen und dem damit einhergehenden Erwerben von Bewusstsein und Entscheidungsfähigkeit, die zu einem Gewaltverzicht führen, wird im Angesicht der Verlängerung des Lebens sich doch bewusst dazu entschieden, ein mögliches, gewaltvolles Töten in Kauf zu nehmen. Es scheint, entscheidender als der Moment des Schrecks und des Gewaltverzichts ist etwas anderes, nämlich der Erwerb eines Bewusstseins, was es ermöglicht, freie Entscheidungen zu treffen und nicht nur positiv auf Dinge, Geschehnisse und Einwirkungen zu reagieren, sondern laut Sartre negierend zu agieren: also vorhandene Umstände zu ändern oder ohne direkte Einwirkungen neue Umstände zu schaffen. Für eine derartige Interpretation schafft Aubel selbst die Voraussetzungen:
Relevant bei der Produktion der Schwarzmagier ist vor allem eine Besonderheit, die ein reines maschinelles Herstellen übersteigt. Der Nebel, der zur Erschaffung der Magier benötigt wird, erweist sich im Laufe des Spiels als „die Überreste der Seelen Verstorbener, die anstatt in den Kreislauf des Lebens überzugehen, in der Atmosphäre gefangen sind. Leben wird also nicht ex nihilo erschaffen, sondern quasi recycelt.“31 Das bedeutet, dass die so geschaffenen Kriegswerkzeuge, zwar industriell hergestellt und mit dem Zweck des Tötens ausgestattet werden, in ihrem Herstellungsprozess aber in Form der Seelen, die sie scheinbar antreiben, einen Teil aufweisen, der zuvor einem freien Wesen gehörte, dessen Existenz vor der Essenz zugegen war. Hierüber scheint sich eine Deutung fassen zu lassen, die den Ideen Sartres eher entspricht. Ausschlaggebend scheint also nicht die vermutete Positionierung gegen Gewalt zu sein, sondern das Erreichen eines Bewusstseins, dass es ermöglicht, freie Entscheidungen zu treffen. Als Vivi und die Gruppe die Produktionsstätte entdecken und auf einem Flugschiff unterwegs sind, das von Schwarzmagiern betrieben wird, versucht Vivi mit diesen zu kommunizieren, was ihm jedoch misslingt. Um die Gruppe aufzuhalten, erscheint ein schwarzer Tenor, der die Gruppe vernichten will. Während der Auseinandersetzung und bevor der Kampf beginnen kann, stellen sich jedoch einige der Schwarzmagier vor die Gruppe um Vivi, was ihrem sonstigen Verhalten widerspricht. Sie schützen die Gruppe, werden aber von dem Tenor beseitigt. Nicht nur löst die Aufopferung der Magier in Vivi starke Emotionen aus, die Vivi zum spielmechanisch wichtigen und mächtigen Status der Trance führt, sondern zugleich zeigt die Szene die Möglichkeit, dass die Schwarzmagier aus ihren vorherbestimmten Aufträgen ausbrechen können.32 Zwar ist auch hier der Zusammenhang ein Kampf und ein möglicher bevorstehender Gewaltakt, aber damit kein „Schreck über die eigens ausgeübte Gewalt“. Ebenso ist hier auch noch kein Anzeichen für ein vollständiges Erwachen vorhanden – so sprechen die sich opfernden Schwarzmagier gar nicht –, zugleich setzen sie sich für die Gruppe ein und negieren somit den bevorstehenden Tötungsversuch.
Auch wenn der Ursprung des Erwachens somit in einem vorausgesetzten potenziellen Bewusstsein liegen muss, das eigenständige Entscheidungen möglich macht, bleibt der genaue Ursprung des Erwachens dennoch unklar, unter anderem, da „[e]ine genaue Einordnung der Schöpferkraft […] schwierig [ist], vor allem da der Prozess im Spiel nicht detailliert beschrieben ist.“33 Mit Sartre ist dieser Übergang daher schwierig zu beurteilen, da mit einer Übertragung der Seelen Prämissen vorausgesetzt werden, die seinem atheistischen Existentialismus widersprechen würden. Will man innerhalb seiner Theorie dennoch eine Erklärung finden, so könnte diese wie angedeutet über das vorhandene Potenzial des Bewusstseins hergestellt werden, das in den Schwarzmagiern vorhanden ist. Eine Analogie zu Kindern wäre hier möglich, die zwar in die Existenz geworfen sind, Bewusstsein haben, jedoch nicht von Anfang an eine erhöhte Reflexivität aufweisen. Auch sei mit Sartre hier der Unterschied zur künstlichen Intelligenz betont. „Frei“ und in diesem Sinne menschlich wären KIs nur dann, wenn sich Formen von Bewusstsein zeigen würden, die negieren können. Das bedeutet eigenständig, ohne Eingaben Dinge erschaffen oder ohne das Vorhandensein von gewissen Inputs alternative Lösungen suchen und umsetzen zu können. So lang dies nicht der Fall ist, sind KIs nicht mit dem Menschen vergleichbar. Da die Schwarzmagier aber die Möglichkeit innehaben, dieses Bewusstsein zu entfalten, könnten sie als eine Art potenzieller Mensch eine Zwischenposition einnehmen. Diese Zwischenposition soll mit einem abschließenden Beispiel verdeutlich werden, bevor an einem exemplarischen Beispiel die Besonderheit Vivis noch einmal dargestellt wird.
Die beiden Schwarzmagier, die sich um das Chocobo-Ei kümmern, bleiben bewusst im Dorf zurück. Ihnen missfällt die Vorstellung, das ungeschützte Ei allein zu lassen, um die eigene Lebenszeit zu verlängern. Sie treffen damit eine bedeutende Entscheidung für das eigene Leben, das mit der Fürsorge von Eltern in Verbindung gebracht werden kann. Es ist die Entscheidung, die eigenen Ansprüche und Bedürfnisse für das Leben eines Lebewesens zurückzustellen, das Pflege und Betreuung bedarf.34 Mit dieser Entscheidung schaffen sich die beiden eine Essenz, die über die Erhaltung des eigenen Lebens hinausgeht, auch im Gegensatz zu Tieren, da sich die Magier bewusst sind, dass es sich um ein Lebewesen handelt, das nicht ihrer eigenen Art angehört. Daher kann bei der Zielsetzung nicht von der Erhaltung der eigenen Art ausgegangen werden, im Gegenteil setzen sie ihr Leben dabei sogar selbst aufs Spiel. Dies zeigt, wie sie sich nach ihrem Erwachen bewusst für eine Handlung entscheiden, die ihre eigene Essenz prägt, indem sie einen Wert setzen, der über ihr eigenes Dasein hinausgeht. Obwohl die Anwendung der Theorie Sartres die besprochenen Probleme und an einigen Stellen Unschärfen aufweist, leistet sie eine wesentliche Verstehenshilfe, um den Unterschied zwischen den kriegstüchtigen und den erwachten Schwarzmagiern nachzuvollziehen. Ungeklärt ist bis dato jedoch, inwiefern die Theorie auf Vivi anzuwenden ist. Die folgenden Gedanken zeigen, dass Vivi keinen solchen Problemfall darstellt.
Vivi als narrative Personifikation des Freiheitsverständnisses Sartres
Bei Vivi hingegen sieht die Situation anders aus. Vivi weiß weder etwas von seiner Produziertheit, noch davon, was sein Zweck als Schwarzmagier ist, geschweige denn sein soll. Wir erinnern uns: Vivi ist der erste spielbare Charakter innerhalb des Spiels. Zu Beginn weiß er lediglich, dass er bei seinem Großvater aufgewachsen ist, der selbst kein Schwarzmagier, sondern ein Q ist. Er weiß jedoch nicht, woher er genau stammt und was er in der Welt eigentlich tun soll. Das Einzige, was ihm bewusst ist, ist, dass er bis dato keinen anderen seiner Art begegnet ist – und somit hat der Charakter Vivi wie auch die Spielenden selbst ein ähnliches Vorwissen über die Geschichte des Spiels sowie die Hintergründe der Schwarzmagier. Während Vivi sich bereits die Frage nach der Bedeutung seines Daseins stellt, sich auf die Suche begibt und damit bereits innerhalb der existentialistischen Problemfrage agiert, gerät er erst mit der Begegnung mit der Produktionsstätte und den marionettenhaften Schwarzmagiern in eine existentielle Krise. Denn scheinbar gibt es eine Bestimmung für ihn: produziert zu sein, Waffe zu sein, im Krieg als Tötungswerkzeug eingesetzt zu werden. Dieser nimmt er sich jedoch nicht einfach an oder unterstützt Brane in ihrem Vorhaben. Im Gegenteil: er wendet sich bewusst davon ab, bleibt bei seiner Gruppe und hinterfragt den Sinn des Tötens. Er negiert damit seine scheinbare Vorherbestimmung – eine Fähigkeit, die Sartre vor allem dem Menschen zuschreibt.35 So versucht Vivi immer wieder die getriebenen Schwarzmagier vom Töten abzuhalten und bekämpft sie letztendlich. Der Schwarzmagier Vivi ist allein dadurch eine Besonderheit, dass er diese Entscheidungen für sich treffen kann. Bei ihm ist das Verhältnis eines, bei dem die Existenz der Essenz vorausgeht. Dementsprechend muss Vivi selbst frei und verantwortlich für seine Handlungen sein. Auch das Begleiten von Angst lässt sich an der Figur erkennen. Vivi wird als tollpatschige und vor allem sehr ängstliche Figur vorgestellt. Im Laufe der Reise zeigt sich bei ihm jedoch eine Entwicklung. Ist er am Anfang eher zufällig Teil der Gruppe, entschließt er sich bewusst immer wieder erneut, die Gruppe zu begleiten. Dabei nimmt seine grundsätzliche Angst vor der bedrohlichen Welt und seinen eigenen Entscheidungen nicht ab, jedoch gewinnt er zunehmend ein neues Verhältnis zu ihr. Er ist sich seiner Angst bewusst und entscheidet sich mit dieser für seine Handlungen, ein Vorgang wie ihn Sartre als charakteristisch für den Menschen ausweist. Eine konkrete Situation präzisiert und verdeutlicht diese Analyse:
Als die Truppe den äußeren Kontinent besucht, erreicht sie den Baum des Lebens. Schnell erkennen sie, dass von diesem Baum und seinen Wurzeln der Nebel ausgeht, der auch auf ihrem Kontinent vorhanden ist. Dieser wird dort sowohl als Antrieb, aber eben auch für die Produktion der Schwarzmagier eingesetzt. Beim Untersuchen des Baumes treffen die Helden auf einen Boss, den Seelenfänger, bei dem sich herausstellt, dass er unter anderem für den Nebel verantwortlich ist und der Nebel aus Resten der Seelen Verstorbener besteht. Besiegen die Helden diesen, so scheint der Nebel aufzuhören, da die Seelen nicht mehr 'gefangen' werden. Dies bringt Vivi in eine schwierige Lage, in der er eine ebenso schwierige Entscheidung treffen muss: Besiegt er den Gegner oder nicht? Eine richtungsweisende Entscheidung, denn Vivi ist sich in diesem Moment bewusst, dass mit dem Verschwinden des Seelenfängers – und damit des Nebels – auch keine Schwarzmagier mehr hergestellt werden können. Es stellt sich für ihn die Frage, ob er damit seine Herkunft erlöschen lässt. Gleichzeitig will er sowohl das Leiden der Schwarzmagier, die als Waffen eingesetzt werden, wie auch das derjenigen, die gegen seinesgleichen kämpfen, beenden. Im vollen Bewusstsein der Folgen seiner Handlung trifft Vivi die Entscheidung den Gegner zu besiegen. Er will, dass die Schwarzmagier nicht länger als Marionetten benutzt werden können, dass niemand mehr darunter leiden muss, auch wenn das gegebenenfalls bedeutet, dass keine weiteren Schwarzmagier mehr in das Dasein gelangen.

Abb. 4: Vivis Entscheidung (Screenshot aus Final Fantasy IX (2016) ) - Vivi entscheidet sich, den Boss zu besiegen, um die kriegerische Determination seiner Artgenossen zu beenden
Vivi ist frei, diese Entscheidung zu treffen, er ist sogar zu einer Entscheidung verurteilt, denn auch wenn er sich nicht entschieden hätte, wäre das ebenfalls eine Handlung gewesen, vor der er sich hätte verantworten müssen. Der kleine Magier bekämpft jedoch den Gegner und bildet damit weiterhin seine Essenz. Er steht damit für Werte wie Freundschaft und Frieden ein. Auch wenn er in diesem Moment den gewaltsamen Akt wählt, so ist seine Intention doch, langfristig für Frieden zu sorgen. Kurz nach dem Kampf hadert Vivi mit seiner Entscheidung. Er hat Angst sich gegebenenfalls falsch entschieden zu haben, doch steht letztlich zu seinem eingeschlagenen Weg.
Vivi arbeitet in den Worten Sartres aktiv am Begriff und der Essenz der Schwarzmagier, die nicht mehr nur Gegenstände und Waffen sind, sondern die sich ebenfalls durch Freiheit auszeichnen. Dementsprechend lässt sich die Figur Vivi tatsächlich als personifizierte narrative Form des Freiheitsverständnisses bei Sartre bezeichnen.
Final Fantasy, absolute freedom and further?
Der vorliegende Beitrag zeigt, inwiefern die Figur Vivi innerhalb des Spiels Final Fantasy IX eine existentialistische Reise bestreitet und dass die Figur selbst als narrative Personifikation von Jean-Paul Sartres Freiheitskonzeption gelten kann. Die Übertragung gelingt dabei vor allem deswegen, weil die Ausgangslage der Figur zum einen und die Überlegungen Sartres zum anderen denselben Verlauf nehmen. Vivi ist in die Welt geworfen und entspricht so der Existenz, weiß jedoch nicht, wozu er da ist oder wer er eigentlich ist. Genau das herauszufinden, ist der Prozess der Bildung der eigenen Essenz, den Sartre auch dem Menschen zuschreibt. Dieser Prozess entspricht einem freiheitlichen Akt, da die jeweiligen Entscheidungen, die notwendig das Leben begleiten, die Essenz bestimmen und entwickeln. Zugleich liefert die Theorie Sartres nicht nur einen Ansatzpunkt, um die Figur Vivi zu verstehen, sondern ebenfalls, um das marionettenhafte Dasein der anderen Schwarzmagier zu analysieren. Dass die Schwarzmagier im Spiel einen Werkzeugstatus einnehmen und durch diesen unfrei sind, entspricht Sartres Überlegungen. Da die Schwarzmagier jedoch erwachen und damit dem Werkzeugsein entfliehen können, kann durch eine Erweiterung der Theorie Sartres verständlich gemacht werden, insofern eine Zwischenposition eingeführt wird, die sich durch das Potenzial zu einem reflexiven Bewusstsein auszeichnet, das nicht automatisch eintreten muss.
„Meaning of life“ – so könnte das Themenspektrum in Final Fantasy IX zusammengefasst werden36. Dies zeigt sich nicht nur bei Vivi, sondern auch bei den anderen Hauptfiguren, die hier nicht untersucht wurden.37 Der Beitrag zeigt, inwiefern die existentialistische Theorie Sartres helfen kann, die Konflikte der Figuren zu verstehen und ebenso inwiefern philosophische Fragen und Videospiele eine produktive Symbiose eingehen können.38 Zugleich gibt die Theorie eine Antwort auf die Orientierungslosigkeit der Gegenwart: Unabhängig der jeweiligen Umstände, Ausgangslagen und möglichen Einflüsse gibt es keinen vorbestimmten Sinn. Es liegt an uns, mit unseren Entscheidungen einen Weg zu ebnen, der unserem eigenen Sinn entspricht. Vivi bestimmt seinen Sinn und seine Werte, indem er sich dafür einsetzt, das Leiden von Lebewesen zu beenden, seine Freunde in jeder Lage zu unterstützen und dabei seinen moralischen Werten treu zu bleiben. Eine durchaus erstrebenswerte Essenz, die der kleine Schwarzmagier Vivi trotz widriger Umstände erwirkt – und der damit gegebenenfalls ein Vorbild für den eigenen Weg darstellt.
Medienverzeichnis
Spiele
Square: Final Fantasy IX. (PC). Japan: Square 2000.
Texte
Aubel, Kristin: „Wenn ich nur eine Puppe wäre, hätte ich niemals so gefühlt.“ Vivi und die Schwarzmagier in Final Fantasy IX. In: DoLiMette, Online Zeitschrift des Lehrstuhls für Neuere Deutsche Literatur/ Elementare Vermittlungs- und Aneignungsaspekte der TU Dortmund: Mensch und Übermensch, Mensch und Maschine: Zwischen Zauberei, menschlichen Allmachtsphantasien und Künstlicher Intelligenz. Jg. 5. H. 7 (2017), S. 71–76.
Blahuta, Jason P. und Beauliueu, Michel S.: Final Fantasy and Philosophy. The ultimate walkthrough. New Jersey: John Willey & Sons 2009.
Frischmann, Bärbel: Existenz/Existenzphilosophie/Existentialismus. In: Sandkühler, H. J. (Hg.): Enzyklopädie Philosophie Band 1- A-H. Hamburg: Felix Meiner Verlag 2021, S. 666–671.
Fritzpatrick, Kevin: Is the Fear of Stopping Justified? In: Blahuta, Jason P. und Beauliueu, Michel S. (Hg.): Final Fantasy and Philosophy. The ultimate walkthrough. New Jersey: John Willey & Sons 2009, S. 185–194.
Hübner, Dietmar: Was uns frei macht. Ein Versuch über die Autonomie des Willens. Berlin: Suhrkamp 2024.
Miranda, Luis de: Life Is Strange and “Games Are Made”: A Philosophical Interpretation of a Multiple-Choice Existential Simulator with Copilot Sartre. In: Games and Culture. Jg. 13 H. 8 (2018), S. 825–842.
Littmann: Final Fantasy and the purpose of life. In: Blahuta, Jason P. und Beauliueu, Michel S. (Hg.): Final Fantasy and Philosophy. The ultimate walkthrough. New Jersey: John Willey & Sons 2009, S. 87–109.
Sartre, Jean-Paul: Der Existentialismus ist ein Humanismus. 1946. In: von Wroblewsky, Vincent et al. (Hg.): Jean- Paul Sartre. Der Existentialismus ist ein Humanismus und andere philosophische Essays. 8. Aufl. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag 2016, S. 145–193.
Sartre, Jean-Paul: Zum Existentialismus – Eine Klarstellung. 1944. In: von Wroblewsky, Vincent et al. (Hg.): Jean- Paul Sartre. Der Existentialismus ist ein Humanismus und andere philosophische Essays. 8. Aufl. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag 2016, S. 113–121.
Sartre, Jean-Paul: Das Sein und das Nichts. Versuch einer phänomenologischen Ontologie.22. Aufl. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag 2022.
Schupp, Franz: Geschichte der Philosophie im Überblick. Band 1. Antike. Hamburg: Felix Meiner Verlag 2012.
Suhr, Martin: Jean-Paul Sartre zur Einführung. Hamburg: Junius Verlag GmbH 2001.
Wood, Christopher, R.: Human, all too human: Cloud´s existential quest for authenticity. In: Blahuta, Jason P. und Beauliueu, Michel S. (Hg.): Final Fantasy and Philosophy. The ultimate walkthrough. New Jersey: John Willey & Sons 2009, S. 167–184.
Filme
Gaming with Spoons: FINAL FANTASY IX | A Complete Retrospective and Story Analysis. Gaming with Spoons 2022: https://www.youtube.com/watch?v=BswcI2uR8q0 [16.02.2025]
Xygor Gaming: Final Fantasy IX Complete Story Explained. Xygor Gaming 2022: https://www.youtube.com/watch?v=R24rCbL4TfQ [16.02.2025]
Bilder
Alle Bilder sind eigenständig erstellte Screenshots, die unwesentlich vom Autor bearbeitet wurden und aus folgendem Spiel stammen: Square: Final Fantasy IX. (PC 2016). Square. Erstveröffentlichung Japan 2000 (Playstation).
Abbildung 1 (Titelbild): Menschsein. (Screenshot aus Final Fantasy IX (2016)). Vivi entscheidet sich, der Gruppe weiterhin zu folgen, um mehr über sich selbst herauszufinden. Dabei spricht er sein vermeintliches „Menschsein“ an, um das es in diesem Aufsatz geht.
Abbildung 2: Fragen Collage. (Screenshot aus Final Fantasy IX (2016))
Abbildung 3: Produktion. (Screenshot aus Final Fantasy IX (2016))
Abbildung 4: Vivis Entscheidung. (Screenshot aus Final Fantasy IX (2016))
- Komplettiert wird die Truppe im Laufe des Spiels durch weitere Charaktere: Freya (eine begabte Drachenritterin des Volks von Burmecia), Quina (ein Q, der die Welt des Essens kennenlernen will), Eiko (eine Esper, die mächtige Wesen, sogenannte Bestia, beschwören kann), Mahagon (ein gesuchter Dieb, der eigentlich keiner ist).[↩]
- Der hier angedeutete Abriss stellt nur eine grobe Zusammenfassung dar. Für einen ausführlicheren Überblick, der mit Gameplaymaterial angereichert ist, bietet sich folgendes Video an: Xygor Gaming: Final Fantasy IX. 2022, https://www.youtube.com/watch?v=R24rCbL4TfQ [16.02.2025].[↩]
- Vgl. Frischmann: Existenz/Existenzphilosophie/Existentialismus. 2021, S. 667– 671.[↩]
- Frischmann: Existenz/Existenzphilosophie/Existentialismus. 2021, S. 666.[↩]
- Frischmann: Existenz/Existenzphilosophie/Existentialismus. 2021, S. 666. Hervorhebungen im Original.[↩]
- Frischmann: Existenz/Existenzphilosophie/Existentialismus. 2021, S. 666.[↩]
- Frischmann: Existenz/Existenzphilosophie/Existentialismus. 2021, S. 667.[↩]
- Frischmann: Existenz/Existenzphilosophie/Existentialismus. 2021, S. 667.[↩]
- Vgl. Sartre: Zum Existentialismus – Eine Klarstellung. 1944, S. 115.[↩]
- Vgl. Sartre: Zum Existentialismus – Eine Klarstellung. 1944, S. 115.[↩]
- Sartre: Der Existentialismus ist ein Humanismus. 1946, S. 148. Die hier vertretene Grundidee fußt auf der Ideenlehre Platons. Jedem Sein in der Welt liegt eine Idee zugrunde, die, bevor es in die Welt tritt, bereits da ist und nachdem es aus der Welt tritt, immer noch da sein wird. Da der Artikel nicht diesem Zusammenhang gewidmet ist, verweist der Autor auf die zusammenhängende Darstellung der Ideen Platons in: Schupp: Geschichte der Philosophie. 2012, S. 213–223.[↩]
- Vgl. Sartre: Der Existentialismus ist ein Humanismus. 1946, S. 148– 149.[↩]
- Sartre: Der Existentialismus ist ein Humanismus. 1946, S. 149.[↩]
- Sartre: Zum Existentialismus – Eine Klarstellung. 1944, S. 116. Hervorhebungen im Original.[↩]
- Wobei dieser Unterschied nicht absolut ist. Das Spiel deutet an, legt aber nicht fest, ob Vivi ebenso hergestellt wurde, wie die anderen Schwarzmagier. Nr. 288 spricht davon, dass Vivi ein Prototyp sei, der entsprechend auch eine längere Lebenszeit hätte. Vielleicht ist er also auch anders entstanden? Auch gibt es am Ende des Spiels einen Ausblick auf die Zeit nach dem Endkampf, in der es viele kleine Vivis gibt, die eher Kindern ähneln, da sie kleiner sind als Vivi, während die hergestellten Schwarzmagier bereits bei der Herstellung alle die gleiche Größe haben.[↩]
- Sartre: Zum Existentialismus – Eine Klarstellung. 1944, S.116–117.[↩]
- Sartre: Das Sein und das Nichts. 2022, S. 753. Hervorhebungen im Original.[↩]
- Vgl. Sartre: Das Sein und das Nichts. 2022, 753–754.[↩]
- Vgl. Suhr: Jean- Paul Sartre zur Einführung. 2001, S. 190– 193.[↩]
- Vgl. Ebd. S. 190– 193. Da eine Diskussion dieser Position weder zielführend ist, noch dafür Raum besteht, sei an dieser Stelle auf einen aktuellen Beitrag zur Debatte rund um den Freiheitsdiskurs verwiesen: Hübner: Was uns frei macht. 2024. [↩]
- Vgl. Sartre: Der Existentialismus ist ein Humanismus. 1946, S. 154–155.[↩]
- Der Existentialismus ist ein Humanismus. 1946, S. 155.[↩]
- Sartre: Das Sein und das Nichts. 2022, S. 950.[↩]
- Sartre: Der Existentialismus ist ein Humanismus. 1946, S. 150–151.[↩]
- Vgl. Sartre: Das Sein und das Nichts. 2022, S. 951– 953.[↩]
- Vgl. Sartre: Der Existentialismus ist ein Humanismus. 1946, S. 152– 153. sowie vgl. Sartre: Zum Existentialismus – Eine Klarstellung. 1944, S. 117– 118.[↩]
- Vgl. Aubel: Vivi und die Schwarzmagier. 2017, S. 73.[↩]
- Vgl. Aubel: Vivi und die Schwarzmagier. 2017, S. 73.[↩]
- Vgl. Aubel: Vivi und die Schwarzmagier. 2017, S. 73.[↩]
- Aubel: Vivi und die Schwarzmagier. 2017, S. 73.[↩]
- Aubel: Vivi und die Schwarzmagier. 2017, S. 72.[↩]
- Vgl. Aubel: Vivi und die Schwarzmagier. 2017, S. 74.[↩]
- Aubel: Vivi und die Schwarzmagier. 2017, S. 72.[↩]
- Vgl. Fitzpatrick: Is the fear of stopping justified? 2009, S. 189–190.[↩]
- Vgl. Suhr: Jean- Paul Sartre zur Einführung. 2001, S. 90– 98.[↩]
- Mit diesem Aspekt befasst sich auch folgendes Video: Gaming with Spoons: FINAL FANTASY IX | A Complete Retrospective and Story Analysis. 2022, 1:31:08. <https://www.youtube.com/watch?v=BswcI2uR8q0> [16.02.2025].[↩]
- Auch Wood verweist unter anderem auf Sartre, wenn er den Charakter Cloud aus Final Fantasy VII in Hinsicht auf seine Authentizität untersucht. Wood: Human, all too human. 2009, S. 174–177.[↩]
- Ein Werk, das sich speziell dem Zusammenhang von Philosophie und Final Fantasy widmet, ist: Blahuta, Jason P. und Beaulieu, Michel S.: Final Fantasy and Philosophy. 2009.
Interessanterweise wird Final Fantasy IX im Beitrag „Final Fantasy and the purpose of life” lediglich in drei bis vier Sätzen erwähnt. Vgl. Littmann: Final Fantasy and the purpose of life. 2009, S. 87–109. [↩]
